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Die Täter

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U e b e r a l l sah ich sie !

Im Konzentrationslager Kaiserwald im Konzentrationslager Stutthof und ebenso im Konzentrationslager Buchenwald! In jedem Lagerblock, in jedem Arbeitskosmando, in jeder Arbeitsgruppe von Häftlingen befanden sich ihre Exponenten! Aber ich kannte sie auch in vielen Einheiten der deutschen Wehrmacht, der Marine und der Luftwaffe, - in Fabriken und in Werkstätten, in Lagerhäusern und in Verwaltungsbetrieben, in Depots, in Unterkünften und in Küchen, unter Bediensteten und an Arbeitsplätzen der Bahn und der Post, in Lazaretten und beim Deutschen Roten Kreuz, wie auch unter Vorgesetzten und Mannschaften in den verschiedensten Gliederungen der Organisation Todt ...

U e b e r a l l fanden sich jene Typen, die geeignet waren zum Schinden und Quälen Unglücklicher!

Aus einem Bericht von Max Schloss, der das Ghetto Riga, das KZ Kaiserwald, das KZ Stutthof und das KZ Buchenwald überlebte.


Vernehmung des Lagerkommandanten von Riga Mühlgraben/A.B.A 701, Heinrich Müller

Anni Reisler, Lutz Schloss und Herman Neudorf aus Gelsenkirchen haben Riga und andere Vernichtungslager der Nazis überlebt. Nach der Befreiung im April/Mai 1945 nehmen sie als Zeugen an der Vernehmung ihres Peinigers im ABA 701, Heinrich Müller, dem ehemaligen Lagerkommandanten von Riga-Mühlgraben durch die Britische Armee teil.

→ Riga-Mühlgraben wie es wirklich war und das Vernehmungsprotokoll des Heinrich Müller

Verbrechen in der Endphase 

Exemplarische Beispiele aus Gelsenkirchen und umliegenden Revierstädten für das Morden der Nazis in der Endphase des zweiten Weltkrieges. In den Letzten Wochen und Monaten des Krieges wurden unzählige Menschen von fanatischen Nazis ermordet. Vermeintliche Kriegsverräter, Desserteure, Kriegsgefangene und Sklavenarbeiter und andere mehr wurden von Einheiten der SS, von fliegenden Standgerichten, Parteibonzen und anderen Fanatikern der Hitlerdiktatur ermordet, diese steigerten sich reglrecht in einen finalen Mordrausch.

→ Julie Risse aus Dortmund, ermordet in der Bittermark

→ Mord an Zwangsarbeitern im Westerholter Wald

Die NS-Justiz

Die NS-Justiz in ihrer Gesamtheit wurde nach 1945 nicht zur Rechenschaft gezogen, ihre Mitglieder wurden – von wenigen Ausnahmen abgesehen – wiederum in den Justizdienst der Bundesrepublik übernommen. Diese personelle Kontinuität dürfte neben Standesrücksichten und fehlendem Unrechtsbewußtsein mit ein Grund für die Nichtverfolgung der NS-Justiz gewesen sein.

Mörder im Dienste Hitlers - Der Volksgerichtshof  

Seine Aufgabe war zunächst die Aburteilung von Hochverrat und Landesverrat und wurde später auf weitere Strafvorschriften ausgeweitet. Spruchkörper des Gerichts waren so genannte Senate, die sich – in Abweichung von den hergebrachten und bewährten Grundsätzen rechtsstaatlicher Verfahren – nur aus zwei Berufsrichtern und drei so genannten Volksrichtern, in der Regel Parteifunktionären, Offizieren oder hohen Beamten, zusammensetzten. Die Richter wurden von Adolf Hitler ernannt. Als Richter wurde nur berufen, wer als zuverlässig im nationalsozialistischen Sinne galt. Organisation und Gerichtsverfahren waren auf kurze Prozesse ausgerichtet.

Der bzw. die Angeklagte(n) konnte gegen Entscheidungen des Volksgerichtshofs kein Rechtsmittel einlegen, wohl aber die Staatsanwaltschaft. Eine freie Wahl des Verteidigers bestand nicht. Der Angeklagte musste sich die Person des Verteidigers vom Vorsitzenden des Senats genehmigen lassen. Verteidiger und Angeklagter erhielten oft erst einen Tag oder gar wenige Stunden vor der Hauptverhandlung Kenntnis von den Anklagevorwürfen. Beide kannten sich bis dahin oft nicht oder konnten keinen Kontakt zueinander aufnehmen. Der Verurteilte erhielt in Hoch- und Landesverratssachen keine Abschrift des Urteils. Er durfte lediglich unter Aufsicht eines Justizbeamten Einsicht nehmen.

→ Der Volksgerichtshof

Fliegerlynchmord in Gelsenkirchen 

Im Februar 1945 kam es in Gelsenkirchen-Buer zu einem Lynchmord an einen englischen Piloten. Aus einer Dienstanweisung des südwestfälischen Gauleiters und Reichsverteidigungskommissars Albert Hoffmann vom 25. Februar 1945: (...) "Sämtliche Jabo-Piloten, die abgeschossen werden, sind grundsätzlich der Volksempörung nicht zu entziehen."

→ Fliegerlynchmord in Gelsenkirchen

Mythos Gestapo 

Als Instrument des NS-Staates besaß die Gestapo weitreichende Machtbefugnisse bei der "Bekämpfung politischer Gegner", ihre Aufgabe sollte die Bekämpfung aller "staatsfeindlichen Bestrebungen" sein.

→ Die geheime Staatspolizei - Gestapo

BAYER AG ehrt den IG Farben - Kriegsverbrecher Fritz ter Meer 

Der BAYER-Konzern verweigert weiterhin eine öffentliche Distanzierung von dem in Nürnberg verurteilten Kriegsverbrecher Fritz ter Meer. Im Gegenteil: ausgerechnet an Allerheiligen 2006 ließ das Unternehmen an Fritz ter Meers Grab in Krefeld zum wiederholten Mal einen Kranz aufstellen. Sehen Sie das Video "BAYER AG - der würgende Tod".

→ Die BAYER AG ehrt Kriegsverbrecher Fritz ter Mer"

Die Banken - Dresdner und Deutsche Bank und die Zeit des Nationalsozialismus 

Die deutschen Banken haben immense Gewinne eingefahren, indem Sie sich z. B. an den sogenannten "Arisierungen" beteiligten. Die Banken verdienten mittelbar an Zwangsarbeitern, am Bau von KZ-Fabriken, am Handel mit geraubtem Gut, Gold und Wertpapieren.

→ Dresdner und Deutsche Bank in der NS-Zeit"

Eine Auswahl Deutscher Nazi-Karrieren nach 1945 

Dieselben Personen machten Karriere im Terrorregime der Nazis und danach im rechtsstaatlichen System der jungen Bundesrepublik. Gab es nach dem Zusammenbruch des NS-Systems nicht umfassende Entnazifizierungsbemühungen? Die historische Realität sah allzu oft anders aus: Viele erfolgreiche Karrieren wurden nahezu nahtlos vom Dritten Reich ins Nachkriegsdeutschland überführt. Dies ging meist einfacher als man es sich heute vorstellt. Diese "Herren" hatten alle ihre ganz eigenen Wege der "Vergangenheitsbewältigung", selbstkritische Auseinandersetzung blieb dabei die Ausnahme. Die Regel war ein Geflecht aus Vertuschen, Totschweigen, Schönreden und angeblichem Befehlsnotstand.

→ Die Mörder des "Dritten Reichs"

Rüstungs- Nationalsozialistische- und Kriegsmusterbetriebe 

Das Hydrierwerk Scholven war ein reiner Rüstungsbetrieb, im Rahmen der Kriegsvorbereitungen wird das Aktienkapital der Veba bis 1939 von 150 Millionen auf 250 Millionen aufgestockt, bis 1943 auf 350 Millionen und bis Kriegsende sogar auf 500 Millionen Reichsmark. Die Veba umschreibt in ihrer Chronik zum 25 Jubiläum 1954 die Kapitalaufstockung im Rahmen ihrer Kriegsproduktion vorsichtig mit den Worten: "Diese Erhöhungen erfolgten im Zuge zeitbedingten Aufgaben, denen die Veba sich nicht entsagen konnte." (Vebachronik 1954)

→ Hydrierwerke Scholven AG

Hitlers Helfer - die "Wehrwirtschaftsführer" 

Exemplarisch sei hier das Wirken von Heinrich Bütefisch (1894-1969) betrachtet:

Im I.G. Farben-Vorstand 1934-1945, stellvertretender Leiter der Sparte I, Leiter der Benzinsynthese der I.G. Auschwitz. Führte 1932 (zusammen mit Gattineau) das Gespräch mit Hitler, das den Benzinpakt begründete, 1936 Mitarbeiter von Krauch beim Vierjahresplan als Produktionsbeauftragter für Öl im Rüstungsministerium. SS-Obersturmbannführer, Wehrwirtschaftsführer, Mitglied des "Freundeskreis Reichsführer SS", 1948 wegen "Versklavung" zu sechs Jahren Haft verurteilt, 1951 entlassen. 1952 Aufsichtsratsmitglied der Ruhr-Chemie, Kohle-Öl-Chemie GmbH in Gelsenkirchen u.a., 1964 Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, nach heftigen Protesten wurde die Verleihung 16 Tage später wieder zurückgenommen

→ Heinrich Bütefisch - 'Soll und Haben'

Gestapo-Offizier Horst Kopkow alias Peter Cordes 

Er war einer von Hitlers gnadenlosesten Agentenjägern: Gestapo-Offizier Horst Kopkow alias Peter Cordes war verantwortlich für die Festnahme, Folterung und Tötung von Hunderten Spionen und Widerstandskämpfern. Kurz nach dem Krieg starb er - so hieß es jahrzehntelang. Neu veröffentlichte Dokumente erzählen eine andere Geschichte.

→ Doppelleben - Hitlers totgesagter Top-Agent oder The Gestapo killer who lived twice

Der "Reichsjugendführer" Arthur Axmann 

Arthur Axmann, der letzten Reichsjugendführer der HJ, lebte mit Frau und zwei Kindern viele Jahre verbittert in Gelsenkirchen-Horst. In Nürnberger Kriegsverbrecherprozeß wurde er als einer der "Hauptschuldigen" eingestuft. Axmann starb am 24. Oktober 1996 in Berlin.

→ Arthur Axmann - 'Das kann doch nicht das Ende sein'

Oberbürgermeister Carl Engelbert Böhmer 

Carl Böhmer trat schon im März 1928 in die NSDAP ein und übernahm zahlreiche Funktionen innerhalb der Parteihierarchie. Im Juli 1933 wurde er Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen und übte dieses Amt bis Kriegsende aus. Unter seiner Führung wurde Gelsenkirchen als ideologisch gefestigte Arbeiterstadt herausgestellt und das Unrechtssystem des Nationalsozialismus durch die Verwaltung umgesetzt.

→ Carl Engelbert Böhmer

Gelsenkirchener Nazis vor dem Richter - Degenhard und Erlemann 

Gustav Goray gehörte der Gelsenkirchener Schutzpolizei seit 1923 und der Kriminalpolizei seit 1930 an. In der Verhandlung vor der 2. Essener Strafkammer wurde Goray 1948 verurteilt.

→ Zeitungsberichte zu Prozessen gegen NSDAP-Führer

Gestapo-Henker Gustav Goray 

Gustav Goray gehörte der Gelsenkirchener Schutzpolizei seit 1923 und der Kriminalpolizei seit 1930 an. In der Verhandlung vor der 2. Essener Strafkammer wurde Goray 1948 verurteilt.

→ Furchtbare Unmenschlichkeiten - Gustav Goray

Kreisleiter Plagemann 

Der Kreisleiter von Gelsenkirchen und Recklinghausen, Otto Plagemann wurde am 12. Februar vom Spruchgericht Recklinghausen verurteilt.

→ Kreisleiter Plagemann zu Gefängnis verurteilt

→ Aufruf von Kreisleiter Plagemann an die "Bevölkerung der Frontsstadt Gelsenkirchen

Der SS-Mann Hugo König 

Artikel im "Westfälischen Volks-Echo" über die Gerichtsverhandlung vor dem Landgericht Essen gegen den SS-Mann Hugo König aus Gelsenkirchen-Buer.

→ SS-Mann König zu 3½ Jahren Gefängnis verurteilt

Gauleiter Alfred Meyer - Eine nationalsozialistische Karriere 

Die zentrale Person der Gelsenkirchener NSDAP war DR. Alfred Julius Meyer. In der Biographie dieses in höchste Partei- und Staatsämter aufgestiegenen Nationalsozialisten spiegeln sich in besonderer Weise die NS-Ideologie und deren verbrecherische Konsequenz wider.

→ Gauleiter Dr. Alfred Julius Meyer

SS-Hauptscharführer Lorenz Hackenholt 

Die Geschichte des SS-Hauptscharführers Lorenz Maria Hackenholt aus Gelsenkirchen, genannt der "Gasmann". Einer der meistgesuchten NS-Verbrecher - Schuldig des 70.000fachen Mordes und der Beihilfe zum Mord in 1,5 Millionen Fällen. Lorenz Maria Hackenholt war in hohem Maße am Bau sämtlicher Gaskammern der NS-Euthanasie (Aktion T4) und der Ermordung aller Juden und Roma des Generalgouvernements (Aktion Reinhard) beteiligt.

Im Zuge der "Aktion Reinhardt" wurden zwischen Juli 1942 und Oktober 1943 über zwei Millionen Juden sowie rund 50.000 Roma aus den fünf Distrikten des Generalgouvernements (Warschau, Lublin, Radom, Krakau und Galizien) in den drei Vernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka ermordet.

→ Der Gasmann

Hagener Sobibor-Prozeß 1965: Bleiben die Morde im Vernichtungslager Belzec ungesühnt? 

"Ich war meistens mit der Vergasung beschäftigt. Es ist möglich, daß innerhalb eines halben Jahres bei uns 300 000 Juden getötet wurden." Für seine Teilnahme an diesen Vergasungen erhielt Jührs wie auch seine Kameraden täglich 18 Mark Sonderzulage und eine Monatsration von zwei Liter Rum.

→ Befehl war nicht Befehl

Werner Mölders 

Werner Mölders wurde am 18. März 1913 in Gelsenkirchen geboren. Bereits 1933/34 trat er in die Luftwaffe ein. Als Jagdflieger im spanischen Bürgerkrieg erfüllte Mölders bereitwillig sein "vaterlänische Pflicht", daraufhin wird er von der NS-Propaganda zum Helden hochstilisiert.
Untersuchungen des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes haben ergeben, dass Werner Mölders als mindestens zeitweiliger Angehöriger der "Legion Condor", die am Spanischen Bürgerkrieg teilnahm, unter einen Beschluss des Bundestages von April 1998 fällt. Demzufolge sollen Mitglieder der Legion nicht weiter ein ehrendes Gedenken - zum Beispiel in Form von Kasernenbenennungen der Bundeswehr - zuteil und bereits erfolgte Kasernenbenennungen aufgehoben werden.

→ Werner Mölders

Emil Kirdorf 

Von den Herren der Banken und Konzerne erhielt die Nazi-Bewegung Millionenbeträge zur Finanzierung ihrer Wahlen, zur Unterdrückung der Arbeiterbewegung und aller demokratischen Kräfte durch faschistische Terrorbanden. Als Gegenleistung erwarteten sie von Hitler lohnende Rüstungsaaufträge. Lange vor 1933 bereiteten die Rüstungsmonopole die Hitlerdiktatur vor. Die Kohlesyndikate führten fünf Pfennig vom Verkaufserlös jeder Tonne Kohle an die Nazi-Partei ab. Durch diese Zahlungen erhielt die NSDAP schon vor 1933 jährlich 6150000 RM allein vom Kohlesyndikat.

→ Gelsenkirchen und Emil Kirdorf

→ Totenfeier für Emil Kirdorf in Gelsenkirchen

Der Herr Hartwich - eine deutsche Karriere 

Franz Hartwich wird am 14. August 1904 geboren. Seine Heimat ist Beckhausen, ein kleiner Ort, der heute zu Gelsenkirchen gehört. Im April 1943 wird Hartwich nach Weißrussland zur Reit- und Fahrschule der Polizei in Postawy versetzt. Sofort nachdem Hartwich in der Todeszone des Vernichtungskriegs ist, besteht seine erste Aufgabe darin, "Gegenstände aus dem Ghetto listenmäßig zu erfassen. Von den Einzelheiten der Liquidation der Juden will H. keine Kenntnis gehabt haben." So heißt es in einem Vernehmungsprotokoll der Nachkriegszeit. Der Herr Hartwich gliedert sich nach 1945 in wieder nahtlos in das Leben ein. 1959 beginnt er seine zweite Karriere bei der Polizei.

→ Das Leben des Franz Hartwich

Die Polizeibataillone 65 und 316 

Während des zweiten Weltkrieges gehörten hunderte von Männern aus Gelsenkirchen und benachbarten Städten den Polizeibataillonen 65 und 316 an. Heimatstandort dieser mobilen, jeweils 550 Mann starken Verbände der Ordnungspolizei war das Polizeipräsidium Recklinghausen, zu dem seit 1928 das Polizeiamt Gelsenkirchen gehörte.

→ Polizeibatallion 316 - Massaker in Polen

→ Das Polizeibataillon 65 - Taten und Tatorte

→ Die Polizeibataillone 65 und 316 und der Völkermord.

→ Bilder vom Polizeibataillon 65

→ Verfahren gegen Angehörige des Polizeibatallion 316

→ Einsatzgruppenprozess vor dem Schwurgericht München


Andreas Jordan, September 2009

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