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Stolpersteine in Gelsenkirchen

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Jeder Name ist ein Mensch - Jeder Name ist eine Seele

Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen - Kunst im öffentlichen Raum

Passanten identifizieren sie meist mit gesenktem Blick: die Stolpersteine des Bildhauers Gunter Demnig. Jeder Stolperstein ist eine Erinnerung an ein Leben. Mehr als 38.000 Stolpersteine hat Gunter Demnig mittlerweile deutschlandweit und in mehreren europäischen Ländern verlegt.

Die an der Oberseite mit einer dünnen Messingschicht überzogenen, handgefertigten Pflastersteine tragen eine Inschrift und werden flächenbündig in die Gehwege vor den Häusern eingesetzt, in denen die in der NS-Zeit verfolgten und in den allermeisten Fällen ermordeten Menschen gelebt haben. Die Inschrift beginnt meist mit den Worten "Hier wohnte", es folgen neben Name und Geburtsjahr die Eckdaten der individuellen Leidenswege. "Man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen über die Stolpersteine. Wenn man den Namen lesen will, muss man sich vor dem Opfer automatisch verbeugen", sagt Gunter Demnig.

Die Inschriften der Stolpersteine benennen nicht den vorgeblichen "Grund" der Verfolgung. Auf diese Weise möchte Demnig darauf hinweisen, dass die Menschen, die zu Opfern gemacht wurden, in ihre Nachbarschaft integrierte Bürger waren - unabhängig von ihrer Konfession, Volksgruppe und politischen, religiösen oder sexuellen Orientierung. Ein Stolperstein markiert einen historischen Ort und verweist auf das Lebensumfeld eines Menschen. Jeder einzelne Stolperstein verweist dabei auf die Gesamtheit der bisher verlegten Stolpersteine und verdeutlicht das unfassbare Ausmaß der Verfolgung und Vernichtung. Da das Verschwinden eines Nachbarn kaum unbemerkt geblieben sein kann, verweisen die Stolpersteine somit auch auf die Mittäterschaft des damaligen nachbarschaftlichen Umfelds.

Im Juli 2009 verlegte Bildhauer Gunter Demnig die ersten 6 Stolpersteine in Gelsenkirchen, mittlerweile sind es 87 Stolpersteine, die in Gehwegen der Stadt still und unaufdringlich an die Allgegenwärtigkeit und Alltäglichkeit von Verfolgung, Ausgrenzung und Vernichtung in der NS-Zeit erinnern. Seither wird das Stolperstein-Projekt auch in Gelsenkirchen kontinuierlich fortgeführt.

Smartphone-App: "Stolperstein-Guide" informiert über Lebens- und Leidenswege von NS-Opfern

Stolperstein-Guide, Foto: Intermedia DesignSteine und App. Foto: Intermedia Design

Seit Anfang 2014 liefert eine kostenlose App für Smartphones Informationen zu den Lebens- und Leidenswege von Menschen, an die in Gelsen-kirchen Gunter Demnigs Stolpersteine erinnern. Mit den Stolpersteinen kehren die Namen zurück, die App liefert weitere Informationen und auch Fotos - direkt dort, wo die Stolpersteine erinnern - vor den Türen der Häuser.

Die Entwicklung der App startete bereits vor zwei Jahren als Hochschulprojekt der FH Trier in Kooperation mit der Trierer Stolpersteininitiative AG Frieden. Der "Stolpersteine Guide" ist unter der Betreuung von Dozent Marcus Haberkorn zusammen mit den Studenten Alexander Prümm, Peter Nürnberger und Kim-Julian Becker entstanden. Es handelt sich dabei um eine Plattform, über die Inhalte zu Stolpersteinen bereitgestellt werden. Im Auftrag von SWR2 wurde der "Stolpersteine Guide" für das Projekt der akustischen Stolpersteine erweitert.

“Damit können sich besonders junge Menschen die Menschenverachtung der Nazis vergegenwärtigen, die Naziopfer erhalten mit der Stolpersteinaktion wieder einen Namen, die App ergänzt sie mit Geschichten. So wird an Menschen erinnert, da wo sie Teil der Gesellschaft waren. Wir werden zum Nachdenken angeregt – auch um sich heute für eine menschliche und demokratische Gesellschaft zu engagieren“, so Markus Pflüger von der AG Frieden in Trier.

Als Plattform und "Work in pogress" ist der "Stolpersteine-Guide" offen für alle Initiativen, die die Erinnerung an die NS-Verbrechen auch mit modernsten Mitteln wachhalten möchten. Diese Möglicheit hat die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen ergriffen und Hintergrundinformationen und Fotos zu den 87 bisher in Gelsenkirchen verlegten Stolpersteine in die App eingepflegt. Derzeit werden in Gelsenkirchen zwei Führungen mit der App entlang von Stolpersteinen angeboten. Stolperstein-Initiativen in anderen Städten finden auf der Homepage des "Stolperstein-Guide" weitere Infos bzw. ein Kontaktformular zum Mitmachen.

Download AppStore Android App

Stolpersteine-App: Die Geschichte von NS-Opfern erkunden

Virtueller Lernpfad: Interaktive Karte mit den in Gelsenkirchen verlegten Stolpersteinen



Stolpersteine Gelsenkirchen
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Stadtrundgänge: Jeder Stolperstein ein Leben

Die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen bietet kostenlose Stadtrundgänge für Schulklassen, Einwohner und Gäste der Stadt entlang der in Gelsenkirchen verlegten Stolpersteine an. Bei den geführten Stadtrundgängen werden die Lebens- und Leidenswege hinter den kleinen Denkmalen erkundet und dass von Bildhauer Gunter Demnig ins Leben gerufene Erinnerungsprojekt Stolpersteine und die Bedeutung für die lokale Erinnerungskultur erläutert.

Die ca. zweistündigen Rundgänge werden individuell für die jeweiligen Gruppen zusammengestellt, Infos und Anmeldung unter Tel.: 0209-9994676 oder per Email: → Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen

Die Projektgruppe Stolpersteine des GELSENZENTRUM e.V. unterhält eine eigene Internetpräsenz, auf der das Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen vorgestellt und das dokumentarische Wissen über Menschen, an die Stolpersteine erinnern, in biografischen Skizzen vermittelt wird. → Stolpersteine Gelsenkirchen

Film: Stolpersteine Gelsenkirchen - Ihre Namen sind nicht vergessen

Hier wohnte 1933-1945. Ein Name, ein Stein, ein Mensch. Der neue Film von Jesse Krauß dokumentiert und begleitet den Bildhauer Gunter Demnig bei der Verlegung von Stolpersteinen in Gelsenkirchen im April 2013. Auschnitte aus der Abschlussveranstaltung in der Bleckkirche ergänzen die bewegenden Zeremonien.

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Email an Andreas Jordan schreiben Andreas Jordan, Dezember 2013. Gelsenzentrum - Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Gelsenkirchen