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Zwangsarbeit in Gelsenkirchen 1940-1945

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Im Gedenken an Petrus-Gustaaf Droessaert

Petrus-Gustaaf Droessaert

Abb.: Petrus-Gustaaf Droessaert

Petrus-Gustaaf Droessaert, geboren am 27. Dezember 1898 in Gent/Belgien, war in dem Zwangsarbeiterlager an der Bruchstrasse in Gelsenkirchen-Heßler interniert. Bei einem Bombenangriff auf Gelsenkirchen am 1. Mai 1943, bei dem auch das Lager an der Bruchstrasse (Nordstern) von Bomben getroffen wurde, erlitt Petrus-Gustaaf Droessaert schwere Verbrennungen. Er wurde in das Horster St. Josef Krankenhaus eingeliefert und starb dort am 5. Juni 1943.

 Lagerkomplex Brink-/Bruchstrasse in Gelsenkirchen-Horst im Herbst 1944, getrennt durch den Rhein-Herne-Kanal.

Abb.: Lagerkomplex Brink-/Bruchstrasse in Gelsenkirchen an der Grenze der Ortsteile Horst und Heßler im Herbst 1944, getrennt durch den Rhein-Herne-Kanal.

Es war das größte Lager für Kriegsgefangene und so genannten "Zivilarbeiter" in Gelsenkirchen. Der Standort des Lagerkomplexes Brink-/Bruchstrasse war nicht zufällig gewählt worden, lag er doch in unmittelbarer Nähe der Werke der GBAG: Zeche Nordstern I/II und der 1937 wiedereröffneten Förderanlage Nordstern III/IV sowie dem Hydrierwerk (Gelsenberg Benzin AG). So waren kurze Fußmärsche der Sklavenarbeiter zu den Arbeits- und Einsatzorten gewährleistet.

Im September 1942 war der Ausbau des Lager weitestgehend abgeschlossen, das Gesamtlager bot nun Platz für rund 4.000 Sklavenarbeiter. Der Lagerkomplex bestand aus insgesamt 54 Baracken, aufgeteilt in 40 Wohnbaracken und 14 Wirtschafts-, Wasch- und Wachbaracken. Wie in allen großen Lagern, waren die Bereiche für sowjetische Kriegsgefangene (Brinkstrasse) und "Ostarbeiter" mit Stacheldrahtzäunen von den anderen Lagerbereichen abgetrennt. Bei den Luftschutz- behörden stieß der großflächige Ausbau des Lagers allerdings zunehmend auf Bedenken, da dass Lager aufgrund seiner regelmäßigen Anordnung links und rechts des Kanals bis fast zur Schleuse 4 aus der Luft für alliierte Aufklärer und Bomberverbände leicht auszumachen war. Die Bedenken des Luftgaukommandos VI erwiesen sich als richtig, am 1. Mai 1943 und 13. Juni 1944 wurde der Lagerkomplex schwer von Bomben getroffen, was viele Tote unter den Sklavenarbeitern zur Folge hatte. Der Belgier Petrus-Gustaaf Droessaert wurde auf dem Westfriedhof in Heßler, Feld 25, bestattet. → Sterbeurkunde Petrus-Gustaaf Droessaert

 

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Andreas Jordan, Oktober 2009

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