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Militär-Flugplatz in Gelsenkirchen-Buer

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Das Berger Feld in Buer

Der Flugplatz in Gelsenkirchen-Buer, deutlich erkennt man die Bombeneinschläge

Bild: Der Militär-Flugplatz in Buer, deutlich erkennt man die Bombeneinschläge. Heute steht auf diesem geschichtsträchtigen Gelände die Veltins-Arena, die Heimat des 1. FC Schalke 04. Nichts erinnert mehr an die Menschen, die dort von den Nationalsozialisten gegen Kriegsende ermordet wurden.

Zeitzeugen berichten:

"Herr Ermeling ist mein alter Lehrer am Max-Planck-Gymnasium gewesen. Ein toller Lehrer. Es müsste ihm eigentlich bekannt gewesen sein, dass zum Ende des Krieges dort ( in der "Kaserne" ) Widerstandskämpfer gegen des Nazi-Regimes an die Wand gestellt wurden und von den Nazis erschossen wurden. Mein Großvater, ein Sozialdemokrat, stand kurz vor dem Erschießen, als die Nazis vor den anrückenden Truppen fluchtartig die Kaserne verließen. Diese Kaserne ist wahrhaftig kein Ruhmesblatt für meine Heimatstadt GE".

Von altererlerjunge, 16. März 2009 im Forum "DerWesten"

"Bin viel da auf dem Flugplatz gewesen (...). Wir Kinder haben den startenden Flugzeugen der M-109, Ju 52 und auch der Ju 87 zugeschaut. Ich habe im Löschteich auf dem Gelände das Schwimmen gelernt. Ich kann mich noch gut erinnern an den Abend, als die Hangars und die Kommadantur gesprengt wurden. Bin am anderen Morgen in den gesprengten Hangars gewesen und habe in der Kanzel eines abgeschossenen englischen Flugzeugs gesessen. Von deutschen Soldaten war nichts mehr zu sehen. (...) Einer meiner Spielkameraden ist unmittelbar neben der Einfahrt zum Flughafen von einem amerikanischen Soldaten erschossen worden, ein zweiter erhielt einen Armdurchschuss. (...)"

Quelle: WAZ, 19. März 2009

Kaserne und Flugplatz

 Bild: Das geplante Thingtheater schaffte es bereits in die Stadtkarten, hier ein in den 30er Jahren gezeichneten Karte (Ausschnitt) von Andreas Wilhelm Ballin.

Bild: Das geplante Thingtheater schaffte es bereits in die Stadtkarten, hier ein in den 30er Jahren gezeichneten Karte (Ausschnitt) von Andreas Wilhelm Ballin

Kaserne und Flugplatz entstanden etwa Anfang/Mitte der Dreißiger Jahre auf Brach- bzw. Ackergelände, einst die Berger Mark, die vom Schloss bis zur Emscher reichte. Das Gelände wurde einige Jahre zuvor im Auftrag der Stadt von Paul Schossier dem Grafen von Westerholt abgekauft. Auf diesem Gelände planten die Nationalsozialisten das so genannte "Thingtheater", die Erfordernisse der Kriegsvorbereitungen führten dann zum Bau des Flugplatzes. Der Flugplatz-Komplex offiziell durch den damaligen Gauleiter, Dr. Alfred Meyer, eröffnet.

Nutzung als Militärflugplatz

 Bild: Ausschnitt aus einem Stadtplan von Gelsenkirchen aus dem Jahr 1933.

Bild: Ausschnitt aus einem Stadtplan von Gelsenkirchen aus dem Jahr 1933

Nach dem Bau wurde das Flugfeld in Buer noch als Schulflughafen der deutschen Luftwaffe genutzt, diente dann aber auschließlich als Militärflughafen. Gegen Kriegsende nutzt die Luftwaffe ihn, wie Erles Heimatforscher Heinrich Ermeling einmal festhielt, auch als Ausweich- und Notlandeplatz. Auch Abfangjäger seien "zum Schluss", im Berger Feld stationiert gewesen, heißt es.

Unter anderen waren dort von Dezember 1939 bis November 1940 bis zu 36 Messerschmitt Bf 110 C/D stationiert, Einheit: II./ZG1 unter einem Major der Luftwaffe Reichardt. Der Stab des ZG 1 (Zerstörergeschwader) lag in Dortmund und gehörte seinerzeit zur Luftflotte 2.


Offener Brief an den 1. FC Schalke 04


Gelsenkirchen, den 22. März 2009

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

wie Sie ja sicherlich wissen, ist die heutige Arena auf dem Gelände eines ehemaligen Militärflughafens erbaut worden. Nichts erinnert mehr an die Menschen, die dort augenscheinlich von den Nationalsozialisten gegen Kriegsende ermordet wurden.

Zeitzeugenberichte deuten darauf hin, dass auf diesem Gelände bzw. in der angrenzenden Kaserne kurz vor Kriegsende politisch Andersdenkende von den Nationalsozialisten erschossen worden sind. Die heranrückenden US-Truppen sollen bei Kriegsende dort ein Kind erschossen haben. Im Rahmen der Geschichtsaufarbeitung des Vereins 1. FC Schalke 04 möchte ich anregen, eine Untersuchung dieser Vorfälle einzuleiten mit der Zielsetzung, für diese Menschen im Bereich der Arena einen Gedenkstein aufzustellen.

Freundliche Grüße und Glück Auf,

Andreas Jordan


Andreas Jordan, März 2009

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