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"Euthanasie" oder "Aktion Gnadentod"

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Verschleiernde Begrifflichkeit

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden die Massentötungen unter der euphemistischen Überschrift "Euthanasie" oder "Aktion Gnadentod" vollzogen. Die "Aktion" wurde auch als Vernichtung lebensunwerten Lebens, NS-Krankenmorde bekannt. In der Nachkriegszeit war für das mittlerweile gebräuchliche Kürzel Aktion T4 namensgebend die Berliner Bürozentrale, eine Villa in der Tiergartenstraße 4. Während der NS-Zeit befand sich dort die Zentrale für die Leitung der Ermordung behinderter Menschen im gesamten Deutschen Reich.

Hitlererlaß 'Gnadentod'

Hitlererlaß "Gnadentod"

Euthanasie

Unterschieden werden heute in der Art der Steuerung drei etwas verschiedene Phasen: die Kinder-, die Erwachsenen- und die dezentrale "wilde" Euthanasie (im Gegensatz zur zentralen Steuerung). Über lange Zeit stand das griechische Wort "Euthanasie" für den selbst gewählten "guten Tod" als die Selbsttötung, der Suizid. Durch die tausendfache Ermordung Kranker, Kinder oder Alter im Nationalsozialismus aus ökonomischen Erwägungen, lässt sich das Wort in Deutschland auf absehbare Zeit kaum ohne Verbindung zu dieser Verwendung benutzen."

Die im Dritten Reich praktizierte sogenannte "Euthanasie" geht auf die schon in den 1920er-Jahren entwickelte Idee einer "Rassenhygiene" zurück und steht im Zusammenhang mit dem in der nationalsozialistischen Ideologie festgelegten Endziel einer "Vernichtung lebensunwerten Lebens". Klarzustellen ist hierbei, dass es sich um einen verschleiernden Euphemismus für die geplante und systematische Ermordung von "Erb- und Geisteskranken, Behinderten und sozial oder rassisch Unerwünschten" handelte und nicht um Euthanasie im Sinne einer vom Patienten gewünschten Sterbehilfe bei einer unheilbaren Krankheit. Die Entscheidungen dazu fällten nach Aktenlage zu "Gutachtern" beauftragte Ärzte.

Quellenwerk: Wikipedia
Dokument: BA


Andreas Jordan, September 2008

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