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Familie Haase aus Gelsenkirchen

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Bernd Haase Mitte der dreißiger Jahre

Bernd Haase wurde am 9. März 1926 in Gelsenkirchen geboren. Seine Eltern waren der jüdische Kaufmann Sally Haase, der am 22. Januar 1891 in Gelsenkirchen geboren wurde, seine war Mutter die aus Bonn stammende Carola Haase, geborene Cossmann. Carola Cossmann wurde sehr früh Witwe, bei der Heirat mit Sally Haase brachte sie die am 14. Oktober geborene Margot mit in die Ehe. Das Ehepaar Haase hatte noch ein weiteres Kind, Bernds Schwester Ingrid, die am 9. November 1928 ebenfalls in Gelsenkirchen geboren wurde.

Am 9. November 2008 wurde anlšŖlich des 70. Jahrestages der Pogromnacht 1938 die Erinnerungswand in der Gelsenkirchener Synagoge eingeweiht. Die Namen der aus Gelsenkirchen deportierten Juden sind in kleine Messingtafeln eingraviert worden.

Die Erinnerungswand in der Gelsenkirchener Synagoge

Die Erinnerungswand in der Gelsenkirchener Synagoge: An die von den Nazis ermordeten Angehörigen der Familie Haase wird hier erinnert. Bernd Haase ist einer der Überlebenden der Familie Haase.

Die Kaufmannsfamilie Haase wohnte an der Kaiserstraße 10, heute Kurt-Schuhmacher-Straße. Die Nazis zwangen Sally Haase letztendlich, das Haus zu verkaufen. Der Vater wurde schon Monate vor der so genannten "Reichskristallnacht" verhaftet und kam für mehrere Monate in ein KZ.

Carola Haase, geborene Kossmann

Carola Haase, geborene Kossmann

Ingrid Haase

Sally Haase floh nach der Entlassung nach Belgien. Tochter Margot konnte mit der Hilfe von Verwandten in die USA flüchten. Carola Haase und ihre beiden beiden Kinder Bernd und Ingrid mußten nach Beginn des Krieges in Gelsenkirchen bleiben, die Familie hatte sich um Einreisevisa bemüht, jedoch standen sie auf der Warteliste zu weit unten.

Mutter Carola mußte mit den Kindern in ein so genanntes "Judenhaus" ziehen. Sie erlebten die ständig zunehmende Diskriminierung im Alltag Nazi-Deutschlands in ihrer ganzen unmenschlichen Härte. Am 27. Januar 1942 wurden sie schließlich nach Riga deportiert. Alle drei überlebten das Ghetto von Riga und wurden, als die Rote Armee näher rückte, in das KZ Stutthof gebracht.

Dort wurden Mutter Carola und Schwester Ingrid von den Nazis ermordet. Vater Sally, der bei dem Überfall der Nationalsozialisten auf Belgien und die Niederlande weiter nach Frankreich geflohen war, fiel den Schergen der Hitlerdiktatur in die Hände und wurde in Auschwitz ermordet. Bernd Haase wurde im März 1945 befreit und kehrte in seine Heimatstadt Gelsenkirchen zurück. 1947 gelangte er mit der Hilfe seiner Schwester Margot in die USA, wo er heute lebt.

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Andreas Jordan, November 2007

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