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Yom Hashoa 2011 - Holocaust Remembrance Day

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Gedenktag für die Opfer des Holocaust

Yom Hashoa in GelsenkirchenYom Hashoa 2011 in Gelsenkirchen, Wildenbruchstrasse

In Gelsenkirchen gedachte der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum am Abend des 1. Mai 2011 den 6 Millionen jüdischen Opfern des Holocaust. Am damaligen Standort der Gelsenkirchener Ausstellungshalle wurden symbolisch sechs Lichter entzündet und Blumen niedergelegt. Die Ausstellungshalle an der Wildenbruchstrasse wurde von den NS-Verfolgungsbehörden 1942 als Judensammellager genutzt. Mehr als 350 Menschen jüdischer Herkunft wurden dort für den ersten Deportationstransport aus Gelsenkirchen im Januar 1942 gesammelt.

Heute befindet sich auf dem Gelände das Verwaltungsgebäude der Landesbehörde StraßenNRW und eine Polizeiwache. An das Judensammellager erinnert dauerhaft bisher nur ein Stolperstein im Pflaster des Gehweges, der Helene Lewek gwidmet ist. Die Jüdin Helene Lewek wählte im Judensammellager anlässlich ihrer unmittelbar bevorstehenden Deportation nach Riga im Januar 1942 die Flucht in den Tod.


Sechs Fackeln stehen symbolisch für die sechs Millionen jüdischen Opfer des HolocaustSechs Fackeln stehen symbolisch für die sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust

Yom Hashoah, Jom haZikaron laScho'a weLaGwura oder auch Holocaust Remembrance Day (auf deutsch Holocaust-Gedenktag), ist ein israelischer Nationalfeiertag und Gedenktag für die Opfer des Holocaust. Nach jüdischer Tradition beginnen die Feierlichkeiten mit Sonnenuntergang am 27. Nisan des jüdischen Kalenders und enden am Abend des nächsten Tages. Im Jahr 2011 fällt der 27. Nisan auf den 1. Mai.

Yom Hashoa wurde unter David Ben Gurion und Jitzchak Ben Tzwi 1951 eingeführt, 1959 wurde der Gedenktag per Gesetz verabschiedet. Ursprünglich wurde als Datum der 14. Nisan vorgeschlagen, das Datum des Aufstandes im Warschauer Ghetto (19. April 1943), dies wurde aber schließlich verworfen, da dies nur einen Tag vor dem Pessach-Fest ist. Das jetzige Datum liegt genau acht Tage vor Jom haAtzma'ut, dem israelischen Unabhängigkeitstag.

Zur Eröffnungszeremonie am Abend werden üblicherweise sechs Fackeln entzündet, die symbolisch für die sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust stehen. Der nächste Morgen beginnt mit Gedenkveranstaltungen in Yad Vashem, Jerusalem. Im gesamten Land heulen um 10 Uhr für zwei Minuten die Sirenen. Der öffentliche Nahverkehr und normalerweise auch alle anderen Fahrzeuge halten an, die Passanten bleiben schweigend stehen. Zu Füßen der sechs Fackeln in Yad Vashem werden Kränze von Vertretern verschiedener Institutionen und Gruppen Überlebender niedergelegt.

Während des Yom Hashoa sind sehr die meisten öffentliche Einrichtungen in Israel geschlossen, im Fernsehen und Radio laufen keine Unterhaltungssendungen, sondern Trauermusik oder Dokumentationen zum Holocaust. Alle Fahnen wehen auf Halbmast. Bei Gedenkveranstaltungen wird das Gebet El male rachamim (G'tt voller Erbarmen) vorgetragen.

Ultraorthodoxe Juden nehmen nicht an den Feierlichkeiten teil, weil die Halacha (Die Gebote im Judentum) Trauertage im Monat Nisan untersagt. Sie gedenken der Holocaust-Opfer an traditionellen Trauertagen, die es schon vor dem Zweiten Weltkrieg gab, wie Tischa beAv. Am Yom Hashoa führen Tausende meist jugendlicher Juden, insbesondere Studenten, eine Gedenkveranstaltung als Marsch vom KZ Auschwitz zum KZ Auschwitz-Birkenau durch. Dies wird mittlerweile als Marsch der Lebenden, in Bezug auf die Todesmärsche der NS-Zeit, bezeichnet.

In jüngerer Zeit haben auch andere Staaten oder deren jüdische Gemeinden den Holocaust-Gedenktag übernommen. So findet auch in diesem Jahr in Berlin eine Gedenkstunde der jüdischen Gemeinde statt. Im Anschluss daran werden die Namen der 55.696 Berliner Juden verlesen, die den Holocaust nicht überlebt haben. Die Lesung dauert bis Dienstag Nacht.



Andreas Jordan, Mai 2011

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