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Besuch der neuen Synagoge in Bochum

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Führung durch die Bochumer Synagoge

Am 18. Februar 2010 fand eine Besichtigung der neuen Synagoge der Jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen statt. Die Führung leitete der bekannte jüdische Aktivist Dr. Michael Rosenkranz aus Gelsenkirchen. Rosenkranz ist niedergelassener Allgemeinmediziner, betreibt eine eigene Praxis und ist auch anerkannter Mohel, d.h. er führt rituelle Beschneidungen nach jüdischem Brauch durch. (Brit Mila) Er ist ein Mitgründer des Jüdischen Kulturvereins KINOR, Gründer der Liberalen Vereinigung Ruhrgebiet und Münsterland EtzAmi. Dr. Rosenkranz war über viele Jahre ehrenamtlich aktiv und hat so sehr viel zur Entwicklung des jüdischen Lebens hier in Gelsenkirchen beigetragen.

Die neue Synogoge in Bochum am Erich-Mendel-Platz wurde 2008 eingeweiht. Der Platz vor der Synagoge ist nach Erich Mendel benannt, der von 1922 bis 1939 in der Jüdischen Gemeinde Bochum als Kantor und Lehrer wirkte. Nach seiner erzwungenen Emigration wirkte er ab 1941 unter dem amerikanisierten Namen Eric Mandell als Dozent für synagogale Musik am Gratz-College in Philadelphia (USA). Mendels besondere Liebe galt der Musik der Synagoge, die er auch als Komponist, Sammler und Musikgeschichtler pflegte. In den USA schuf er eine der weltweit größten Sammlungen jüdischer Musik.

Ein paar Zeilen zu meinem Synagogenbesuch - Fotos und Eindrücke eines Besuchers

"Bei der Führung durch die Bochumer Synagoge beeindruckte mich mehr der Vortrag von Dr. Rosenkranz, der mit ruhigen Worten über jüdische Geschichte und das Gemeindeleben in Bochum erzählte. Als Fazit und Gegenüberstellung zu meinem Besuch der Synagoge in Gelsenkirchen, so meine ich, verlieren sich die ca. 30 Gottesdienstbesucher in dieser räumlichen Größe. Von außen, hinter dem Bochumer Planetarium gebaut, hat die Synagoge eher einen Festungscharakter. In Gelsenkirchen bestimmen farbige Bilder und wechselnde Kunstausstellungen das nicht so überdimensionierte Gebäude. Die Synagoge in Bochum wurde mit fünf Millionen Euro an Stadt- und Landeszuschüssen finanziert. Das architektonische Top des Gebäudes habe ich leider wegen eines fehlenden Weitwinkelobjektivs nicht fotografieren können: die abgehängte Decke, die aus dem Kubus im Innenraum einen Dom macht. Die Baukosten werden wohl mit der Grundstücksgröße in Verbindung stehen, da ja sonst alles ohne großen Aufwand gebaut ist".

Synagoge in Bochum. Der siebenarmige Leuchter, die Menora

Der siebenarmige Leuchter, die Menora

Synagoge in Bochum. Die Wände der Synagoge haben als Lichtquellen zwölf als Davidsstern gestaltete Fenster, diese stehen symbolisch für die zwölf Stämme Israels

Die Wände der Synagoge haben als Lichtquellen zwölf als Davidsstern gestaltete Fenster, diese stehen symbolisch für die zwölf Stämme Israels

Synagoge in Bochum. Dr. Rosenkranz zeigt, wie die Tora gelesen wird

Dr. Rosenkranz zeigt, wie die Tora gelesen wird

Synagoge in Bochum, Vorhang mit Symbolik aus der Tora

Vorhang mit Symbolik aus der Tora


Andreas Jordan, Februar 2010

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