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Ich habe einen Stern im Morgenlande gesehen

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Ich habe einen Stern im Morgenlande gesehen

Bild: Rev. Dr. W. Maynard Pittendreigh, der Komet 1965 S1 Ikeya-Seki


Ich habe einen Stern im Morgenlande gesehen!

Als ich Anfang der 1950er Jahre zum ersten Mal in Gelsenkirchen-Schalke den alten Brauch des "Sternsingens" zum Fest der Hl. Drei Könige neu belebte, was dann in den folgenden Jahren in ganz Deutschland eingeführt wurde, sah ich nur in meinem Innern und auf Bildern den Stern von Bethlehem. Mein Lebensweg führte mich dann später nach Galiläa, wo ich zunächst in Nazareth lebte und dann zum Schulbesuch mit Landwirtschafts-Arbeit in das Jordantal wechselte.

Am 4. November 1965 notierte ich in meinem Tagebuch, obwohl mir nicht mehr erinnerlich ist, ob die Niederschrift unmittelbar oder erst einige Tage nach dem Ereignis erfolgte:

Lt. Sidur-Avodah - Arbeits-Ordnung - mußte ich in den frühen Morgenstunden im "Lul" arbeiten, d.h. in den Hühnerställen. Mein Chawer Chayim (= "Leben"), der Vater meines Freundes Eliezer, wies auf einen Lichtstrahl, der von den jordanischen Bergen herüber leuchtete - über den halben Himmel. Chayim fragte mich: "Weißt du, was das ist?" "Ein Scheinwerfer der Syrer oder Jordanier," antwortete ich. Ich dachte, daß sie den Himmel nach israelischen Flugzeugen absuchen. "Stam" (= "Quatsch") meinte Chayim. "Das ist der Stern des Jahrtausends!"

Ein "Zepter-Stern". Unbegreiflich. Wir kletterten auf den Lastwagen, den wir mit Hühnern, die zum Markt nach Haifa gebracht werden sollten, beluden, damit wir besser sehen konnten. In der Morgendämmerung erstrahlte ein überirdisches Bündel gleißenden Lichts. Ein gewaltiger Streif-Schweif radioaktiven Staubs. Hier - zwischen Bethlehem im Lande Judäa und Nazareth in Galiläa, am Ufer des Sees Genesareth, wo der Jordan ausfließt bis hinab ins Tote Meer - wer hat je einen solchen Stern im Morgenlande gesehen?

Das Licht wird stärker. Es glüht noch heller. Ein Komet. Der Streifen ist Milliarden von Kilometern lang. Wir stehen und staunen. Vor wenigen Monaten hatte ich fast prophetisch in meinem Urskript zu dem Buch "Ani ma'ashim", das in Nazareth erschienen war, geschrieben: "Ich sehe, aber nicht jetzt. Ich schaue, aber nur von ferne. Es wird ein Stern aus Ya'qov aufgehen und ein Zepter in Israel aufscheinen." vgl. Buch Moses, 24. Kapitel, Vers 17; Matthäus 2,2; Lukas 1,78; II. Buch Samuel 8,2; Amos 2,2.

Nun sah ich ihn wirklich. Von unserem Standort aus glänzte der Stern am südlichen Horizont, also in der Richtung nach Bethlehem, und sein Licht erstrahlte neben einem 500 m hohen Berg im Jordantal, aus unserer Position rechts gelegen. Die Beduinen nennen den Hügel gegenüber den Bergen von Gilead an den Ausläufern der Hochebene von Naftali "Kaukab al-hawa" , was so viel heißt wie "Stern der Winde". Die Hebräer sagen: "Kochav ha'yarden" ("Stern des Jordans". Später habe ich erfahren, daß mein Stern im Morgenland der Komet war, den die Astronomen als "Komet /1965 S1 (Ikeya-Seki) registriert haben.

Auch wenn der biblische "Stern von Bethlehem" von den Astronomen nicht eingeordnet werden kann und somit eines der Wunder des Glaubens am Anfang der Geschichte des Christentums sein mag, war ich jedenfalls der Augenzeuge einer überwältigenden Naturerscheinung im Jahre 1965, nach dem jüdischen Kalender im Jahre 5725, faszinierter Beobachter eines Kometen, der am Horizont über Bethlehem im Lande Judäa das Heilige Land streifte und daher mein persönlicher "Stern von Bethlehem" bleibt.

Der Stern der Weisen aus dem Weihnachts-Evangelium (vgl. Mt. 2,2)
24. Dezember 2008, 27. Kislev 5769. Heiligabend, 3. Tag Chanukkah

Joseph P. Krause

Andreas Jordan, Januar 2009

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