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Protest gegen Zentralrat der Juden (ZdJ)

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Kritik: Zentralrat der Juden in Deutschland (ZdJ) - Zugang nur für "Erlesene"

Erstmalig in der bundesrepublikanischen Nachkriegsgeschichte formiert sich nun in Deutschland massiver öffentlicher Protest gegen den Zentralrat der Juden (ZdJ). Am Sonntag, den 28. November 2010 finden in Frankfurt/Main Wahlen zum Präsidium des ZdJ statt. Der Verein “Forum für die Zukunft des Judentums in Deutschland e.V.”, der sich für eine freie und demokratische Entwicklung des Judentums in Deutschland einsetzt, betrachtet die Wahlen als nicht demokratisch und ruft daher für den Tag der ZdJ-Wahl zu zwei Protestaktionen in Dortmund und Frankfurt/Main auf. Deutsche Juden, so der Verein “Forum für die Zukunft des Judentums in Deutschland e.V.”, haben keinen Einfluss auf diese Situation, sie sind machtlos, da der ZdJ für die Kritik nicht erreichbar ist. Deshalb möchten die Verantwortlichen diese Situation ändern und veranstalten am Tag der Wahlen zwei Protestdemonstrationen für das Recht deutscher Juden, direkt und demokratisch die Führung des ZdJ zu wählen.

Wann: Sonntag, 28.11. 2010 um 13 Uhr
Wo: Frankfurt/Main, Westendstr. 43 (vor der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main) und in Dortmund, Prinz-Friedrich-Karl-Str. 12 (vor dem Landesverband der jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe)

In einem "Offenen Appell an deutsche Journalisten", den der Verein jüngst veröffentlichte, heißt es u.a. : […] Dem ZdJ ist es nicht gelungen, eine Strategie für die Integration der Eingewanderten in die jüdische Gemeinschaft zu entwickeln und eine gemeinsame ideologische Plattform für die Vereinigung der Juden in Deutschland auszuarbeiten. In vielen Gemeinden gibt es nur den Anschein von Religiosität und Demokratie. Es haben sich autoritäre Regime in der Gemeindeleitung gebildet. Meinungen von Gemeindegliedern werden missachtet. Gemeindestatuten, religiöse und staatliche Gesetze werden nicht befolgt. Jüdischer Geist ist in vielen Gemeinden nicht spürbar, für G-tt und jüdische Ethik gibt es keinen Platz; viele Gemeinden sind geschlossen wie Festungen.

Der ZdJ erklärt sich zum Hauptorgan und zur Dachorganisation der ganzen jüdischen national-religiösen Gemeinschaft Deutschlands, angeblich gemäß demokratischen Prinzipien gebildet. In Wirklichkeit vertritt er nicht alle Juden Deutschlands – weder qualitativ noch quantitativ, weder religiös noch ethnisch – und ist auch keine demokratische Organisation. Zum Beispiel: Der Präsident und die beiden Vize-Präsidenten bekommen ihre Posten, ohne die deutsche jüdische Gemeinschaft über die Programme ihrer zukünftigen Tätigkeit zu informieren. Feedback von den Juden Deutschlands zum ZdJ gibt es nicht, nichtexistent ist auch seine Pflicht, sich von ihnen kontrollieren zu lassen und Rechenschaft abzulegen.

Die Zeitung des ZdJ «Zukunft» wird vom deutschen Innenministerium finanziert. Sie ist faktisch kein Organ der jüdischen Gemeinschaft, sondern das persönliche Sprachrohr von S. Kramer. Die «Jüdische Allgemeine», die dank der deutschen Steuerzahler existiert, hat sich gegen die einfachen Gemeindeglieder abgeschirmt und ist eine Oase der Schönrednerei geworden, die keine Kritik auf ihre Seiten lässt. […]

In einer Pressemitteilung des Vereins heißt es: “Unser Ziel an diesem Tag ist, die Aufmerksamkeit der jüdischen und deutschen Öffentlichkeit bezüglich der Stagnation des Lebens der jüdischen Gemeinschaft zu wecken”, und weiter: “Die verantwortungslose Politik des “Zentralrat der Juden” (ZdJ) wollen wir ins öffentliche Bewusstsein heben. Damit wollen wir beginnen und dann weiter gehen. Wir wollen deutsche Juden für unsere gemeinsamen Zwecke konsolidieren, um zusammen eine neue Plattform, neue Visionen und alternative Wege zu suchen. Wir hoffen auch, adäquate Wahrnehmung und Unterstützung außer der jüdischen Gemeinschaft Deutschlands zu finden, u. a. von Medien.”

&rarr Aufruf an die jüdische Gemeinschaft

&rarr Offener Appell an deutsche Journalisten (ungekürzt, PDF)

&rarr Verein "Forum für die Zukunft des Judentums in Deutschland e.V."


Andreas Jordan, November 2010

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